Vorgeschichte
Die terrassenförmige Landschaft in Duisburg entstand im Laufe von Jahrmillionen durch: tektonische Bewegungen, Urmeer-Überflutungen, eiszeitlichen Auswirkungen, Verlagerungen von Rhein und Ruhr und von Windeinwirkungen. Ausgehend vom Rhein terrassiert sich die Landschaft in die Rhein-Aue, die Nieder- Mittel- und in die Hochterrasse. Duisburg liegt an der Schnittstelle der Niederrheinischen Tiefebene und dem Rheinischen Schiefergebirge. Die Lage des Kant-Parks im Innenstadtbereich, der früheren Feldmark, ist die Niederterrasse. Sie beträgt 33 Meter über NHN (Normal-Höhen-Null).
1234 Stiftung eines für 13 Nonnen des Zisterzienserordens vorgesehenen Klosters im Rats-Dorf Duissern durch Alexander Casselmann. Q. Rh. Städteatlas S. 14.
1341 01. 14. Hotschenbusch (Hunschenbuscherweg) wird in einer Urkunde des Klosters Duissern genannt. Q.:DUB 1 S.287 (257).
1342 11. 26. Huynschenbosch (Hunschenbuscherweg) wird in einer Urkunde des Klosters Duissern genannt. Q.: DUB 1 S.295 (267).
1733 Klevische Katasteraufnahme von Duisburg. Größter Grundbesitzer war mit 163 Morgen das Kloster Duissern. Q. Rh. Städteatlas S. 18.
1830 Auf dem Duisburger Stadtplan von 1830 war das heutige Parkgelände vor den Toren Duisburgs noch als Acker- und Gartenland ausgewiesen.
Mitte 19. Jhrdt. Auf der sogenannten Feldmark bauten die Industriellen-Familie Böninger ihre Villen mit großzügigen Gartenanlagen. Es war vor allem der 5 ha große Garten von Theodor Böninger an der Düsseldorfer Straße, aus welchem zuerst der Stadtgarten und nach dem 2. Weltkrieg der Immanuel-Kant-Park entstand.
1853 u. 1867 Bei Schachtarbeiten für die Wohnhäuser Carl Böninger und Karl Müller wurde durch Zufall ein Frühfränkisches Gräberfeld (vermutlich aus dem 3. bis 6. Jhrdt.) entdeckt.
1872 u. 1881 Publikationen über die Funde durch Wilms (Oberlehrer) und Genthe (Gymnasialdirektor).
1886 Katasterkarte, einige Flurstücke tragen die Bezeichnung Stadtgarten.
1901 u. 1902 Umbenennung des seit 1341 bestehenden Namens „Hunschenbuscher Weg“ in „Kölner Allee“. Der Duisburger Historiker, Gymnasialprofessor und Dr. h.c. Heinrich Averdunk bedauerte dies zutiefst.
1925 30. 08. Der alte Duisburger Stadtgarten wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Q.:DF Band 35, S.366.
Zweiter Weltkrieg Schwere Zerstörungen im Parkgelände, Nutzung der Bäume als Brennholz, Gartenparzellen für die Notversorgung.
1948 Erste Planungen für den Wiederaufbau.
Nachkriegszeit Beseitigung der Kriegsschäden, Ankauf von weiteren Grundstücken zur Stadtgartenerweiterung.
1951 26. 10. Rat der Stadt Duisburg hat die Patenschaft über die Stadt Königsberg übernommen.
1951/1952 Erster baulicher Eingriff im nordöstlichen Parkbereich durch den Bau der Duisburger Zentralbibliothek.
1952 07. 08. Umbenennung des Alten Duisburger Stadtparks in Immanuel-Kant-Park. Die Umbenennung erfolgte im Zusammenhang mit der Patenschaft, welche die Stadt Duisburg über die Stadt Königsberg am 07.09.1952 übernahm.
1952 09. 06. /07. Heimattreffen der Königsberger. Die durch den Rat der Stadt Duisburg beschlossene Übernahme der Patenschaft über die Stadt Königsberg wird verkündet. Datum der Urkunde 07.09.1952.
1954 Erweiterung der Zentralbibliothek, sie wurde damit zur größten Stadtbibliothek in der BRD.
1955 28. 05. 700-Jahrfeier der Stadt Königsberg. Q.: Immanuel Kant Ausstellungskatalog Museum Königsberg S. 240.
1959 Grundsteinlegung des Wilhelm Lehmbruck-Museums, Bau nach den Plänen von Manfred Lehmbruck. Grundidee des Architekten: Integration des Museums in den Park, Baukörper wurde bewusst tief in den Park eingebettet, Öffnung des Gebäudes in den Park durch große Fensterflächen.
1964 Fertigstellung des Museums nach 5-jähriger Bauzeit. Zentrum für internationale Skulptur- und Objekt-Kunst.
1966 Die Stadtbibliothek verlässt aus Kapazitätsgründen das Haus im Kant-Park und macht somit Platz für das Niederrheinische Museum, welches bis 22.03. 1991 dort ihr Domizil hatte.
1967-1977 10-jähriger Ausbau des Immanuel-Kant-Parks, Blumengarten, Kakteengarten, Pergolen, Windschutzmauern.
1985-1987 Ausbau des Wilhelm-Lehmbruck-Museums in den südlichen Parkbereich.
1990 Erweiterung der Skulpturensammlung des Lehmbruck-Museums in den Park.
1991 Die Cubus-Kunsthalle bezieht das Haus des ehemaligen Niederrheinischen Museums.
1998 Baumkartierung auf dem Parkgelände. 504 Bäume und Großgehölze in 55 Baum- und Gehölzarten. In den vergangenen 16 Jahren Verlust von Bäumen und Gehölzen durch Unwetter, Baum-Krankheiten sowie Durchforstungen zur Verkehrssicherungspflicht.
1999 Ratsbeschluss für die Innenstadt ein Stadtplanung- und Gestaltungskonzept zu erarbeiten.
2000 Workshop von 7 Planungsbüros zur Umgestaltung des Parkgeländes. Keine Realisierung.
2004 Parkführungen Bäume und Sträucher im Kant-Park Kuhlen.
2007 Norman Foster, Masterplan. Der Masterplan von Norman Foster weist Bebauungsflächen im östlichen Teil des Kant-Parks aus. Die Parkfläche wäre um viele Vegetationsflächen und Bäume reduziert worden. Spiel- und Freizeitflächen wären in das Innere des Parkgeländes verschoben worden.
2008 02.09. Kampagne „Sehen Lernen“. Vom 02.09-16.09 2008 fand in Duisburg die Kampagne „Sehen Lernen“ statt. An 11 Stationen konnten Betrachter durch überdimensionierte Fenster städtische Orte bzw. Un-Orte betrachten. Am Kant-Park befand sich an der Düsseldorfer Ecke Friedrich-Wilhelmstraße die Sehstation Nr. 3.
2009-2011 Parkführungen Mila Langbehn und Heinz Kuhlen.
2011-2013 Viele Aktivitäten durch die Landschaftsarchitektin und Landart-Künstlerin Mila Langbehn. Konzept für die Entwicklung des Immanuel-Kant-Parks (Vorstudie und Leitbild).
2012-2013 Aktionen Wishmob im Kant-Park, Reinigung von Skulpturen des Lehmbrucks- Museums.
2013-2014 Bürgerinitiativen: Runder Tisch, Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt und Grün und etlichen anderen Ämtern, Polizei, Ordnungsamt und Institutionen (Streetworkern, Drogenberatung).
2013 Die Bürgerinitiative Kants Garten betreut einen Parkabschnitt im Spielplatzbereich an der Tonhallenstraße. Ständiger Kampf gegen die Drogen- und Alkoholszene.
2014 Projektarbeit „QR-Codes“ mit Studentinnen und Studenten des Studiengangs der Kognitions- und Medienwissenschaft der Universität Duisburg/Essen. Initiator und Projektbetreuer in Sachen Dendrologie, Heinz Kuhlen.
2014 08. 13. Projektvorstellung „Interaktives Informationsangebot für den Kant-Park.
http://baeume-und-duisburg.de/kant/home.php
2015 09. 04 Beginn des Planungsverfahrens zur Neugestaltung des Kant-Parks.
2015 2. Halbjahr Drei Landschaftsarchitektur-Büros entwickeln gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern Ideen zur Neugestaltung des Kant-Parks. In 4 Teams wurden Themen aus verschiedenen Perspektiven erarbeitet. Die Ergebnisse wurden in Foren diskutiert.
2015 10. 23. Kant-Park Planungswerkstatt mit Fachkolloquium, weitergehende Informationen (Vortrag) über den Kant-Park von Heinz Kuhlen.
2015 10. 24. Öffentliche Präsentation der Arbeiten der drei Landschaftsarchitektur-Büros.
2015 12. 05. Eine, in interner Sitzung tagende, 8-köpfige Jury entscheidet sich für das Büro Vogt aus Berlin, als Sieger des Planungswettbewerbs. „Das Büro Vogt konnte mit seinem Entwurf überzeugen und wird dem Kant-Park ein neues Gesicht geben“.
2016 08. 08. Park-Begehung mit einem Vertreter des Amtes für Umwelt und Grün und H. Kuhlen. Anlass der Begehung war die Begutachtung des Baumbestandes und Baum- Entnahme gemäß Baum-Entnahme-Plan.
2016 08. 13. Aktenvermerk H. Kuhlen zur Begehung und Baumentnahme. Weiterleitung an das Amt für Umwelt und Grün. Keine Rückmeldung oder Stellungnahme durch das Amt.
2016 August Kunstausstellungen des Lehmbruck-Museums im Kant-Park „Die Oberfläche eines t Kunstwerks“.
2016 Der witterungsbedingte Verfall der David-Skulptur und die öffentliche Diskussion darüber führt im November 2016 zum endgültigen Abbau der Skulptur.
2016 09. 29. Der WAZ-Pressebericht „Stadt Duisburg will für Parkneugestaltung 114 Bäume fällen“ löst eine heftige Protestwelle in der Öffentlichkeit aus.
2016 10. 07. WAZ-Pressebericht „Bäume im Kant-Park sind markiert“.
2016 10. 25. Informationsveranstaltung des Amtes für Umwelt und Grün über die Fällung von 112 Bäumen. Die Rotbuchen-Allee konnte auf starkem Bürger-Protest vor der Fällung bewahrt werden.
2016 November Rats-Beschluß zur Neugestaltung des Kant-Parks.
2017 Januar Umfangreiche Rodungs- und Fällarbeiten unter heftigen Bürger-Protesten der Öffentlichkeit.
2017 02. 04. Ende der Rodungs- und Fällarbeiten.
2017 02. 25. WAZ-Pressebericht „CDU fordert Durchgreifen gegen Drogenszene“.
2017 März Kunstbaumaktion „KantparkStämme“der Kubus-Kunsthalle. Die Aktion wurde initiiert von Dr. Claudia Schäfer (Leiterin der cubus kunsthalle duisburg). Elf Künstlerinnen und Künstler schufen aus den gefällten Bäumen des Kant-Parks Holzskulpturen.
2017 06. 03. RP OLINE „Kant-Park bleibt ein ungelöstes Problem“.
2017 07. 15. Aufstellung des Baustellenschildes und Ankündigung der Baumaßnahme mit einem Kostenaufwand von 1,2 Millionen Euro. Erster Schritt ist der Spielplatzausbau durch die Wirtschaftsbetriebe.
2017 07. 21. Ausstellungseröffnung der Kunstbaumaktion „KantparkStämme“.
2017 08. 02. WAZ-Bericht „Kletterkubus für Kids“.
2017.09. 03. Finnissage der Ausstellung KantparkStämme mit einem Vortrag von Heinz Kuhlen. Die Kunstbaumaktion wurde mit dem Einverständnis aller beteiligten Künstlerinnen und Künstler fotografisch dokumentiert.
2017 September Auszubildende der Wirtschaftsbetriebe erstellen unter Anleitung den Kleinkinder- und Hauptspielplatz.
2017 September Auftragsvergabe an einen Landschaftsbauer.
2018 01. 11. Planungs-Ungereimtheit, „Der Garten der Kubus-Kunsthalle sollte mit in den Park integriert werden“. Die Leiterin der Kubus-Kunsthalle Frau Dr. Claudia Schäfer legt Protest ein und sammelt dagegen Unterschriften.
2018 02. 09. Bauarbeiten im Kant-Park.
2018 Massive Verzögerung in der Bauabwicklung durch Fehlplanungen an den Baumstandorten. Gutachterliche Stellungnahme gibt der ausführenden Firma Recht. Von dem Berliner Planungsbüro Vogt mussten neue Ausführungspläne erstellt werden.
2018 09. 12. Der Umbau des Kant-Parks wird erheblich teurer. Er kostet statt der geplanten 1.4 jetzt 2.3 Millionen Euro. Die Stadt prüft Schadenersatzansprüche. Der Grund: Die gesamte Ausführungsplanung in den baumüberstandenen Bereichen des Kant- Parks musste mit Hilfe eines von der Stadt nachträglich hinzugerufenen Baumsachverständigen neu bewertet werden. Die Bauzeit verlängert sich erheblich.
2018 09. 21. Einweihung des Kinderspielplatzes durch den Oberbürgermeister Sören Link.
2019 03. 05. Baumfällungen und Umbauarbeiten an der Friedrich-Wilhelm-Straße zu einen Boulevard.
2019 März Insektenhotel in Kants Garten erbaut. Ein Beitrag gegen das Insektensterben.
2019 05. 11. Offizielle Wiedereröffnung des Kant-Parks durch Oberbürgermeister Sören Link.